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Fe
7 Pferde
07.02.2017 16:20

Sieben Pferde

 

Das erste Pferdchen, das ich kannte,

war eines, das sich „Lottchen“ nannte.

Ein Wallach war’s, lieb und geduldig

und blieb nicht einen Dienste schuldig.

 

Das zweite Pferd, das ich erwähne:

ein Pony war’s mit wilder Mähne;

die Runde trabt es froh und munter

und ich, ich wollte nicht mehr runter.

 

Das dritte war, mit festem Schritt,

der Schimmel, den Sankt Martin ritt.

Wir folgten ihm mit den Laternen

singend von Sonne, Mond und Sternen.

 

Die nächsten Pferde überdies

ein Mann besaß, der „Esel“ hieß;

dieses, weil spleenige Ideen

Spießer eben nicht verstehn.  

 

So ließ an heitren Sommertagen,

wenn schwitzend sich die Bauern plagen,

er einfach Arbeit Arbeit sein

zwecks Ausritt mit dem Töchterlein.

 

Pferd sechs und sieben nimmermüd

warn stolze Rappen von Geblüt,

die willig und ganz ungelogen

jed Kutsch und jeden Wagen zogen.

 

Ein Schnalzen oder auch ein Flüstern

und freudig blähten sie die Nüstern;

die Ohrn gespitzt, freudig Gebaren,

obwohl sie nur aus Kunststoff waren.

 

Sodenn: dies war‘n Pferd eins bis sieben,

gut, dass ich es hab aufgeschrieben,

um zu erfreuen jedermann,

der auch den Pferden zugetan.

 

Oftmals im Leben läuft‘s nicht rund

und manch einer kommt auf den Hund.

Drum habe ich mir vorgenommen,

lieber mal auf’s Pferd zu kommen.

 

Nur auf dem hohen Roß zu sitzen,

kann dem Menschen wenig nützen;

stets gilt’s, im Guten sich zu mühn

und selbst den eignen Karr’n zu ziehn.

 

All die, die „Hüh!“ und „Hott!“ verlangen,

gern andre vor den Karren spannen;

drum sollt als Freunde die man wählen,

mit denen man kann Pferde stehlen.

 

Im grünen Tal bei Merzenhusen

leb froh ich an der Götter Busen;

Wohlan: von diesem Fleck der Erde

trennen mich keine sieben Pferde!

© LL

 

 

Munki
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