März Interview

mit Selena M.

 

Drei Worte, die dich am besten beschreiben!

Kämpferisch, ehrlich, tiefgründig

 

Gibt es etwas über dich, das wir unbedingt wissen sollten?

Ich bin eine heimliche idealistische Romantikerin, zeige das aber nur wenig nach außen. In meinen Büchern findet man mich, wenn man zwischen den Zeilen liest.

Geboren Mitte der '60iger, wuchs ich noch ohne Handy oder PC auf, tollte lieber auf Bäumen herum oder spielte mit meinem Cousin Fussball, als Hanni und Nanni zu lesen wie die meisten Mädels in meinem Alter. Als Teenager schaute ich mit Vorliebe Serien wie 'Holocaust' oder 'Roots', las 'Das Mädchenorchester von Ausschwitz' oder Tolstoi's 'Krieg und Frieden'.  Ich glaube, irgendwann kam der Punkt in meinem Leben, wo ich 'Nein' sagte. Nein zu Kapitalismus, zu Religionen im Allgemeinen und zu Kriegen, die nur wegen einigen wenigen Macht- und Geldgierigen entstehen. Dafür entstand 2015 mein Land Keshenja, ein Platz, an dem ich mich selbst wohlfühlen würde, auch wenn es für unsere Verhältnisse vielleicht rückständig im Materiellen und Technischen erscheinen mag.

 

Was schreibst du so?

Seit 2015 schreibe ich an einer Fantasy-Reihe, die mittlerweile acht Bände umfasst. Der erste Teil 'Die Raumwanderin' war zuerst als Einzelband gedacht, so wie man die Geschichte auch als Einzelband lesen kann. Als das Buch fertig war, fühlte ich mich allerdings so inspiriert, um es mit einer weiteren Geschichte aus der Sicht eines anderen Protagonisten aufzunehmen, die an den ersten Teil angelehnt ist. Inzwischen ist eine ganze Welt mit unterschiedlichen Rassen und unterschiedlichen Fähigkeiten entstanden, nachdem ich nach Abschluss des dritten Bandes 'Schattengeflüster' genug Potential für ein ganzes Zeitalter entdeckte.

 

Wie bereitest du dich auf deine Geschichten vor? (Recherche, Interviews, etc...) Was war dabei die bisher aufwendigste Vorarbeit?

Da es sich um eine rein fiktive Welt handelt, gab es nicht allzu viel zu recherchieren. Allerdings erinnere ich mich, über Verhütungen in Schmiedewerkstätten so einiges im Internet durchgelesen zu haben, sowie über mittelalterlichen Schiffsbau und Seenavigation. Schwer tue ich mich vor allem bei physikalischen Dingen, da ich schon damals in der Schule in Mathe und Physik eine echte Niete war. Theoretische Physik war vor allem für das 4.Buch wichtig, um nicht völligen Blödsinn über 'Die drei Welten' zu schreiben. Geholfen hat mir dabei mein physikbegabter Sohn, um mir das Raum und Zeit-Kontinuum verständlich zu erklären.

 

Wer oder was hat dich zum Schreiben gebracht?

Ich habe mich selbst zum Schreiben gebracht und wollte schon 'Schriftstellerin' werden, als ich 6 Jahre alt war. Geschrieben habe ich schon immer, und tatsächlich gibt es vier fertiggestellte Bücher vor der Fantasy-Reihe von mir, allerdings nicht veröffentlicht, da sich im Laufe der letzten Jahrzehnte mein Stil und mein Geschmack verändert haben.

Fantasy-Fan wurde ich durch eine Freundin, die mir vor zwanzig Jahren das Buch 'Die Nebel von Avalon' in die Hand drückte. Inspiriert hat mich letztendlich Tolkien mit 'HdR', es auch mal im fantastischen Bereich zu versuchen.

 

Planen oder einfach drauf los schreiben?

Ein kleines Grundkonzept hatte ich bei jedem meiner Bücher, die erzählenden Protagonisten suchte fast immer mein Sohn aus, der alle Bücher kennt, da ich sie ihm unkorrigiert stückchenweise vorlese und um seine Meinung bitte. Die Handlung passe ich dann dem jeweiligen Protagonisten an, so dass eigens zurechtgeschnittene Abenteuer entstehen konnten. Jetzt in den letzten beiden Abschlussbänden habe ich allerdings ein mehrseitiges Storyboard zur Hand, um mich bei all den angesammelten Informationen, Namen und vor allem dem Erzählstrang nicht zu verfransen.

 

Dein perfekter Schreibort? Wo fühlst du dich zu Hause?

Zu Hause. Wohnzimmer gleich Arbeitszimmer mit Blick auf grünen Balkon und im Hintergrund aufragender Wald.

 

 

Woran schreibst du gerade?

Am vorletzten Band, wobei ich erwähnen sollte, dass Band 9 und 10 zusammengehören, während die ersten Teile durchaus einzeln gelesen werden können.  Für mich sind die letzten beiden Bände eine echte Herausforderung, stilistisch, aber auch um die subtile Spannung aufrechtzuerhalten. Obendrein wage ich etwas völlig Neues und lasse abwechselnd 4 Protagonisten erzählen, wobei die Zeitlinie stimmig sein muss, sowie natürlich jeder der vier seinen eigenen Erzählstil beibehalten soll. Und da ich mit Noál in der Raumwanderin anfing, wird es auch mit Noál enden. Wie, weiß ich allerdings auch noch nicht. Darüber mache ich mir einen Kopf, kurz bevor ich den letzten Teil anfange.

 

Wie wichtig ist dir den Ort/Schauplatz zu kennen, über den du schreibst?

Sehr wichtig, sogar in meiner fiktiven Welt. Die Rassen habe ich den jeweiligen Umgebungen angepasst, ihre Art, aber auch ihre Kultur und ihr Auftreten. Ähnlichkeiten zu unserer Welt sind dabei  vorhanden, wobei ich trotzdem darauf geachtet habe, neben den Fähigkeiten und der Magie auch etwas ganz eigenes mit einfließen zu lassen.

 

 

Hast du das Ende schon am Anfang in deinen Gedanken oder entwickelt sich dieses mit der Zeit?

Einen groben Umriss vom Ende habe ich schon vorher im Kopf. Ich finde es während des Schreibens allerdings spannend, darauf hinzuarbeiten und überrasche mich selbst, was daraus entsteht. Zu Beginn ist es, als würde man noch die Protagonisten führen, ab einem bestimmten Zeitpunkt übernehmen sie das Ruder und die Story entwickelt eine Eigendynamik. Ich persönlich finde das während des Schreibens sehr interessant, weil das Ende dann doch überraschend wird. - Es kommt eben immer alles anders, als man denkt.

 

Herzlichen Dank,dass du dir für meine Fragen Zeit genommen hast

LG Nika

 

 

 

 

 

 

Februar Interview

mit D.Bullcutter

Drei Worte, die dich am besten beschreiben!

Entschlossen, Realist, treu.

 

Gibt es etwas über dich, das wir unbedingt wissen sollten?

Ich bin ein Kind der frühen 70er Jahre und Buchautor.

Meine Bildungsgrundlagen und Denkstrukturen sind maßgeblich humanistischer Natur. Eine ausgeprägte polemische Ader kommt hinzu.

Schreiben ist für mich ein reguliertes Ventil: ich bringe Gedanken auf Papier und gebe diese weiter in einer Form, die nicht so schnell, wie in einem Gespräch oder in einem Forum in Vergessenheit gerät.

Diesbezüglich muss ich einem alten lateinischen Sprichwort beipflichten: „Verba volant, scripta manent“, also Worte fliegen, das Geschriebene bleibt.

 

Was schreibst du so?

Ich schreibe dystopische Romane. Bei dem Wort „Dystopie“ denkt man instinktiv an Orwells 1984 oder an Huxleys Schöne Neue Welt. Dagegen haben meine Romane einen starken Bezug zur heutigen Realität und sind sozusagen eine Projektion auf die kommende, nahe Zukunft. Ich beschreibe nicht nur den finalen Zustand eines solchen Horrorszenarios, sondern auch den Weg dorthin.

 

Wie bereitest du dich auf deine Geschichten vor? (Recherche, Interviews, etc...) Was war dabei die bisher aufwendigste Vorarbeit?

Elemente, die den Stoff zu dystopischen Fehlentwicklungen haben, bietet die gegenwärtige Lage reichlich, sodass weniger die Recherche und eher das Selektieren und Sortieren die richtige Kärrnerarbeit darstellen.

Die aufwendigste Vorarbeit war die räumliche Definition der Handlungen (die in meinen Romanen weltweite Auswirkungen mit sich ziehen), damit diese realistisch wirken. Dabei geht es nicht nur um bloße Geografie. Auch auf Details wie die Flugdauer einer SR-71 „Blackbird“ bei Durchschnittsgeschwindigkeit von der amerikanischen Ostküste bis an die Grenze zur Ukraine habe ich geachtet.

 

Wer oder was hat dich zum Schreiben gebracht?

Es sind hauptsächlich zwei Faktoren. Zum einen brodelte mein humanistisch-philosophischer Background wie die Caldera eines Vulkans. Zum anderen beobachte ich seit geraumer Zeit den Anfang der Umsetzung einer Doktrin, von der ich Mitte der 90er Jahre zufällig über einen alten Film erfuhr. Die Rede ist von „Was kommen wird“ („Things To Come“) von Herbert George Wells aus dem Jahr 1936: eine technokratische  Weltregierung löst alle kleinen (und sehr böse dargestellten) Einheiten sowie alle individuellen Freiheiten und Kulturen ab und schaffe somit den „Weltfrieden“ im Sinne des Materialismus, der reinen Naturwissenschaft und des Neopositivismus, notfalls sogar mithilfe von „Friedensgas“. Damals hielt ich alles für die Spinnerei eines Autors von Science Fiction Romanen. Später fand ich heraus, dass Wells und seine Genossen (prominente Mitglieder der Fabian Society) es ernst meinten, ernster als die Frankfurter Schule (Horkheimer, Adorno, Marcuse und Lukács). Einziger Unterschied zwischen Vorhaben und Fiction: die Umsetzung solle langsam, schrittweise erfolgen, damit alle freiwillig ihre Rechte und Freiheiten an den neuen Heilsbringer abtreten. Das läuft gerade.

 

Planen oder einfach drauf los schreiben?

Planen, allerdings nicht wie ein Businessplan als Vorlage für eine Bank. Selbst wenn ich eine Idee und die Story bereits im Kopf habe, kommt kein Weg daran vorbei, erstmal das Skelett des Romans auf Papier zu bringen. Danach schreibe ich aber los. So kann ich Verzettelungen vermeiden. Anschließend ergänze ich bzw. bessere ich das aus, was mir Lektüre für Lektüre auf- bzw. einfällt. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail, aber man sieht ihn erst dann, wenn die Details dran sind.

 

Dein perfekter Schreibort? Wo fühlst du dich zu Hause?

Es mag vielleicht langweilig klingen, aber am Liebsten schreibe ich einfach zu Hause am PC bzw. Laptop. Zugegeben: eine Holzhütte würde eine bessere Atmosphäre als eine Stadtwohnung bieten. Ich bin aber kein Exot, der beispielsweise am Strand oder auf einem Bergkamm schreibt. So etwas kann ich mir nicht vorstellen. Aber auch ein „Kulturcafé“ käme für mich nicht in Frage: zu wenig Privatsphäre. So eine Interaktion benötige ich während des Schreibens nicht.

 

Woran schreibst du gerade?

Am letzten Teil meiner Trilogie „Global Dawn“ und – parallel dazu – an einem Sachbuch, dessen Veröffentlichung aber frühestens Ende dieses Jahres realistisch ist.

 

Wie wichtig ist dir den Ort/Schauplatz zu kennen, über den du schreibst?

Sehr wichtig. Alles – Geografie, Menschen, Kulturen, Gepflogenheiten – muss stimmen und wahrheitsgetreu sein.

Selbstverständlich kann ich bei einem Roman, in dem Handlungen weltweit verstreut und ineinander verstrickt sind, nicht alle Schauplätze persönlich besuchen. Hier ist Recherchearbeit unabdingbar.

 

Hast du das Ende schon am Anfang in deinen Gedanken oder entwickelt sich dieses mit der Zeit?

Grob betrachtet, steht das Ende bereits vor Beginn des Niederschreibens fest. Lediglich was Nebenfiguren anbelangt, kann es im Laufe der Zeit Veränderungen geben.

 

Herzlichen Dank,dass du dir für meine Fragen Zeit genommen hast

LG Nika

 

 

 

 

Januar  Interview

mit A.Kissen

Drei Worte, die dich am besten beschreiben!

Ich bin optimistisch, sehr hilfsbereit und eine Träumerin.

 

Gibt es etwas über dich, das wir unbedingt wissen sollten?

Hab ich schon erwähnt, dass ich eine optimistische Träumerin bin? :-D

Ich träume davon, dass eines Tages die dunklen Wesen vor meiner Tür stehen und mich in die dunkle Welt entführen, weil ich ihre gesamten Geheimnisse ausplaudere. :-D

 

Was schreibst du so?

Momentan schreibe ich an meiner Arelion Fantasyreihe.

Es geht um eine magische Welt mit Vampiren, Hexen und Götter, die einzig wahre Liebe, die nicht sein darf und die Frage, ist die Liebe stärker als alles andere?

 

Wie bereitest du dich auf deine Geschichten vor? (Recherche, Interviews, etc...) Was war dabei die bisher aufwendigste Vorarbeit?

Am Anfang meiner Arelion Reihe habe ich in unzähligen Büchern, Serien und Filmen im Vampirgenre recherchiert, denn ich wollte eine Geschichte erzählen, die es noch nie gegeben hat.

Außerdem habe ich den psychologischen Aspekt eines Helfersyndroms analysiert und was es mit einem Kind macht, wenn es ohne Liebe, Sicherheit und Halt aufwächst (Lina). Ach ja, dann habe ich noch meinen Krav Maga Trainer wegen einer Befreiungsszene interviewt (Selbstverteidigung) und meinen Hausarzt habe ich bezüglich "was passiert, wenn man verblutet?" (Endszene Band1) ausgefragt. :-D

 

Wer oder was hat dich zum Schreiben gebracht?

Ich muss zugeben ein Vampirfilm 2009 hat mich auf das Genre gebracht, und danach habe ich unzählige Bücher und Serien/Filme verschlungen. Doch der Frust stellte sich sehr bald ein, denn entweder war das Buch beendet (und es gab keine Fortsetzung) oder ich musste monatelang auf den nächsten Teil warten. Schließlich kam mir die Idee, doch selbst eine Geschichte zu schreiben. Das hatte den Vorteil, sie stets nach meinen Willen formen zu können. :-) Obwohl ich sagen muss, dass so manche Figur auch seinen eigenen Willen hatte und nicht immer so handelte wie ich es gern wollte.

 

Planen oder einfach drauf los schreiben?

Unterschiedlich :-)

Band 1 habe ich einfach losgeschrieben. Bei Band 2 habe ich sehr viel geplant. Band 3 war eine Mischung aus beiden. :-) Band 4 plane ich wieder sehr viel.

 

Dein perfekter Schreibort? Wo fühlst du dich zu Hause?

Mein liebster realistischer Schreibort sind ausgewählte Hotels mit Zimmerservice. Dafür plane ich Schreibwochen ein.

Natürlich wäre die Hamingways Art – ein paar Monate in Kuba – auch nicht schlecht. Dafür sollte ich aber doch noch ein oder zwei Bücher verkaufen ;-)

 

Woran schreibst du gerade?

Derzeit stelle ich gerade "Arelion – Das Erwachen (Band 4) fertig. Aktuelle Szene: Hauptakt "Das Erwachen" ;-)

 

Wie wichtig ist dir den Ort/Schauplatz zu kennen, über den du schreibst?

Sehr wichtig. Meine Handlungsorte sind reale Schauplätze aus meiner Vergangenheit (leider ohne magische Wesen *lach*).

 

Hast du das Ende schon am Anfang in deinen Gedanken oder entwickelt sich dieses mit der Zeit?

Bevor ich mit einem neuen Band anfange, ist meine (grobe) Storyline fertig. :-)

Da ich mich nicht immer nur auf den aktuellen Band konzentrieren kann, schreibe ich alle meine Gedanken auf Post-Its und klebe sie in das betreffende Storyboard. Du müsstest einmal mein Büro sehen. :-D Aktuell habe ich 4 Storyboards an den Wänden, mit geschätzten 100 Post-Its. :-)

 

Herzlichen Dank,dass du dir für meine Fragen Zeit genommen hast

LG Nika

 

 

 

 

 

Dezember Interview

mit Annette Spratte -Autorin

Drei Worte, die dich am besten beschreiben!

Noch nicht erwachsen

 

Gibt es etwas über dich, das wir unbedingt wissen sollten?

Ich bin Christ, aber dadurch, dass ich nicht in einer christlichen Familie aufgewachsen bin, habe ich in manchen Dingen einen etwas anderen Zugang zum Glauben. Außerdem habe ich einen sehr schwer zu bändigenden Humor.

 

Was schreibst du so?

Angefangen habe ich mit einer sehr tiefgründigen Liebesgeschichte, die ich auf Englisch geschrieben habe. Das ist nämlich die Sprache meines Herzens. Daraus ist eine kleine Reihe entstanden mit einer kurzen Vorgeschichte und zwei Romanen, „The Way of Life“ series.

Dann kam Jabando, ein christliches Kinderbuch mit einem tollen Abenteuer rund um ein interaktives Nintendo-Spiel, mit dem man in biblische Zeiten reisen kann. Das ist auch eine Reihe und bildet im Moment meinen Fokus.

 

Wie bereitest du dich auf deine Geschichten vor? (Recherche, Interviews, etc...) Was war dabei die bisher aufwendigste Vorarbeit?

Ich muss ja gestehen, dass ich sehr Recherche-faul bin, deswegen habe ich erst mal etwas geschrieben, wo ich kaum zu recherchieren brauchte. Für Jabando, wo in jedem Band verschiedene Bibelstellen vorkommen, muss ich eine Menge nachlesen, um in der Erzählung keine Fehler zu machen. Gab es z.B. im alten Israel schon Schränke? Was hatten die Hirten bei Jesu Geburt eigentlich an? Wie lange dauert ein Sonnenuntergang in Israel? Lauter Kleinigkeiten, die mir beim Schreiben auffallen und die ich dann herausfinden muss. Aber so wirklich aufwendig war bisher noch nichts.

Wer oder was hat dich zum Schreiben gebracht?

Ich würde sagen, Gott. Ich habe eigentlich schon immer gern geschrieben, aber hielt meine Ideen nie für wert, veröffentlicht zu werden. 2014 hatte ich dann plötzlich diese ganze, verschlungene Liebesgeschichte im Kopf und fand sie total spannend. Ich wollte sie unbedingt lesen! Also musste ich sie aufschreiben. Das war der Beginn des Abenteuers und ich sehe darin jetzt eine echte Berufung. Ich kann Kindern mit meinen Abenteuern die Bibel noch mal ganz neu erschließen. Und vielleicht auch so manchem Erwachsenen.

Planen oder einfach drauf los schreiben?

Früher hätte ich gesagt, einfach drauf los schreiben. Aber die Jabando-Reihe braucht schon einiges an Planung. Wer sind die Hauptfiguren? Was ist das Grundthema, was will ich vermitteln? Welche Bibelstellen passen dazu? Welche Art von Nintendo-Spiel liegt der Geschiche zugrunde? Und was am allerwichtigsten ist: Was haben meine Kinder für Ideen? Mit ihnen spreche ich meine Pläne durch und sie liefern mir jede Menge Treibstoff, die die Geschichten wirklich lebendig machen. Ohne meine Jungs wäre Jabando nicht entstanden.

Dein perfekter Schreibort? Wo fühlst du dich zu Hause?

Mein Schaukelstuhl. Der hat eine ganz besondere Geschichte. Ich hatte eine Situation in meinem Leben, wo ich praktisch obdachlos war. Durch viel Hilfe von außen bekam ich eine Wohnung, aber außer ein paar perönlichen Sachen hatte ich nichts, keine Möbel, keine Waschmaschine und vor allem kein Geld. Also schrieb ich eine Liste mit Dingen, die ich zum Leben brauchte und betete dafür, dass ich sie bekommen würde. Als ich so darüber nachdachte, was ich alles brauchte, fiel mir ein, dass ich schon immer mal einen Schaukelstuhl haben wollte. Den brauchte ich nicht wirklich, aber ich schrieb ihn trotzdem mit auf die Liste. Ich bekam alles geschenkt. Waschmaschine, Bett, Tisch, Stühle, ein Regal, sogar einen Computer. Und einen Schaukelstuhl. Der stand irgendwo am Straßenrand beim Sperrmüll und eine Freundin, der ich von meiner Liste erzählt hatte (und die mich ausgelacht hatte), brachte ihn mir mit. Ich betrachte diesen Schaukelstuhl als besonderes Geschenk von Gott.

Woran schreibst du gerade?

Im Moment bereite ich den nächsten Jabando-Band vor. Ich habe gerade Band 4 abgeschlossen und forme die Ideen zu Band 5. Band 2 erscheint im Januar, also habe ich noch viel Zeit.

Wie wichtig ist dir den Ort/Schauplatz zu kennen, über den du schreibst?

Tja, da spielt sich viel in der Fantasie ab. Ich komme damit gut klar, da ich die Landschaften und Schauplätze immer vor Augen habe, auch wenn ich noch nie dort war. Eigentlich schaue ich mir meine Geschichten wie einen Film an, den ich dann nacherzähle. Wenn ich von wirklichen Orten schreibe, versuche ich schon, über Bilder oder Filme einen echten Eindruck zu gewinnen, wenn ich selbst noch nie dort war. Google Maps ist da auch sehr hilfreich.

Hast du das Ende schon am Anfang in deinen Gedanken oder entwickelt sich dieses mit der Zeit?

Meistens kenne ich das Ende. Eigentlich fange ich gar nicht an zu schreiben, wenn ich nicht zumindest das grobe Raster der Geschichte stehen habe. Es kann schon mal sein, dass mir in der Mitte irgendwelche Details fehlen oder dass das Ende dann doch etwas anders wird, als ich erwartet hatte. Aber das finde ich sehr spannend. Ich habe beim Schreiben schon öfter gedacht "HÃ? Wo kommt das denn jetzt her?" Meistens sind diese Eingebungen echt super.

Ich habe außer Jabando noch zwei fertige Geschichten im Kopf, die ich gern auf Englisch schreiben würde, aber ich habe einfach keine Zeit dazu. Neben meiner Schriftstellerei arbeite ich noch als Übersetzerin, da muss man sich seine Zeit schon gut einteilen und Prioritäten setzen. Fakt ist, dass ich eine Niete im Marketing bin und nicht genug Energie aufbringe, um meine englischen Bücher an den Mann zu bringen. Für Jabando macht das der Francke-Verlag und ich bin so froh über die tolle Zusammenarbeit. Aufgrunddessen habe ich mich entschieden, die englischen Sachen hinten an zu stellen, auch wenn es mir schwer fällt. Andererseits freue ich mich jetzt schon darauf, das Ende von Jabando 5 zu schreiben, das wird soo schön!

 

 

 

 

 

November Interview

mit Jens Nickel - Autor

Drei Worte, die dich am besten beschreiben!

Tierlieb, zuverlässig, freidenkend.

 

Gibt es etwas über dich, das wir unbedingt wissen sollten?

Da ich eher intro- als extrovertiert bin: nein. Und damit wisst Ihr es auch schon...!

 

Was schreibst du so?

Geschichten über Pferde aus der Sicht der Pferde. Weder reine Fantasy, noch Sachbuch, aber von beidem etwas.

 

Wie bereitest du dich auf deine Geschichten vor? (Recherche, Interviews, etc...) Was war dabei die bisher  aufwendigste Vorarbeit?

Recherche und Vorarbeit für mein Debut "WINDWORTE - Das Erste Buch der Pferde" ergaben sich von selbst: ich lebe seit 20 Jahren mit Pferden zusammen und habe sie in dieser Zeit intensiv beobachtet und so viel wie nur möglich über sie gelesen und sonstwie in Erfahrung versucht zu bringen, wie es nur ging. Außerdem habe ich im Laufe der Zeit ein paar beeindruckende Horsemen kennengelernt, die mich beeinflußt und weitergebracht haben.

 

Wer oder was hat dich zum Schreiben gebracht?

Faszination und Liebe zu Pferden, Dankbarkeit für den Spiegel, den sie mir selbst immer wieder vorhalten und mir so dabei helfen, stets ein besserer Mensch zu werden. Der Wunsch, anderen Menschen ein besseres Verständnis für diese Kreaturen zu geben.

 

Planen oder einfach drauf los schreiben?

Ähnlich wie beim Komponieren von Musik: erst kommt eine Idee, wie eine Melodie, aus dieser entwickelt sich ein Plan, eine grobe Handlung, also so etwas wie ein Harmoniearrangement; dann erste Figuren, und beim Schreiben gewinnt das ganze an Leben und Eigenständigkeit - das Lied ist fertig. Das Ziel der ursprünglichen Idee wird zwar erreicht, aber eigentlich nie auf dem Weg, den ich zuerst vermutet hätte. Das ist, als würde ich in meinem Lied ein Solo improvisieren.

 

Dein perfekter Schreibort? Wo fühlst du dich zu Hause?

Überall, wo es ruhig ist. Zu Hause fühle ich mich zu Hause.

 

Woran schreibst du gerade?

Am "Zweiten Buch der Pferde"...!

 

Wie wichtig ist dir den Ort/Schauplatz zu kennen, über den du schreibst?

Meine Pferde agieren weitestgehend wie natürliche Wildpferde, auch wenn sie gezwungenermaßen im Buch die menschliche Sprache benutzen - sonst könnte ich nicht aus ihrer Sicht schreiben. Deswegen ist ihre Umwelt auch möglichst realistisch wiedergegeben. Trotzdem ist meine Geschichte ein Fantasyabenteuer, und deshalb ist die Welt, in der sie leben, zu einem großen Teil auch erfunden.

 

Hast du das Ende schon am Anfang in deinen Gedanken oder entwickelt sich dieses mit der Zeit?

Mehr entwickelt es sich als es mir zu Beginn vorschwebt. Zumindest war das beim "Ersten Buch der Pferde" der Fall. Derzeit lasse ich mich noch mehr auf einen freien Verlauf der Entwicklung beim Schreiben ein.

 

Vielen Dank für das Interesse und liebe Grüße!

Jens

 

 

 

 

August -Interview mit Wolfgang Ortner - Autor

 

 

Drei Worte, die dich am besten beschreiben!

Friedliebend , freigeistig , voller Entdeckerfreude

 

Gibt es etwas über dich, das wir unbedingt wissen sollten?

Freundschaften haben bei mir Priorität.

 

Was schreibst du so?

Die Kriminalromanserie „KNODOLCH ERMITTELT“ spielt die Hauptrolle in meinem Autorenleben. Bücher und Berichte von und über Reisen schreibe ich auch gerne, sie bringen etwas Abwechslung.

 

Wie bereitest du dich auf deine Geschichten vor? (Recherche, Interviews, etc...) Was war dabei die bisher  aufwendigste Vorarbeit?

Ich bin bekannt für gut recherchierte Geschichten, dementsprechend hoch ist der Aufwand, den ich betreibe. Mir gefällt es, meine Leser mit Details zu verblüffen. Für den ersten Roman „Der Fall Kobinski“ habe ich über drei Jahre recherchiert.

 

Wer oder was hat dich zum Schreiben gebracht?

Schreiben ist meine Leidenschaft, wo sonst kann ich meinen Visionen derart freien Lauf lassen? Freunde haben mir zugeredet und mich ermutigt die erste Geschichte zu veröffentlichen.

 

Planen oder einfach drauf los schreiben?

Einfach drauflosschreiben kann ich nur bei den Reisebüchern, bei den Romanen brauche ich eine Struktur und einen Plan.

 

Dein perfekter Schreibort? Wo fühlst du dich zu Hause?

Im Grünen an der Westseite meines Hauses habe ich mir einen „Schreibplatz“ errichtet, das ist der perfekte Ort für mich. Wenn ich auf Reisen bin, schreibe ich manchmal im Restaurant oder in der Bar, sehr zur Verwunderung der Menschen, die sich dort aufhalten.

 

Woran schreibst du gerade?

Der vierte Knodolch-Krimi, DER FALL DEGENHART ist im Entstehen, so wie es aussieht, wird es noch einige Zeit dauern bis er fertig ist. Ein Buch über die Toskana und eines über Prag sind im Lektorat und harren der Veröffentlichung.

 

Wie wichtig ist dir den Ort/Schauplatz zu kennen, über den du schreibst?

Sehr wichtig, ich muss wissen, wo sich Viktor und Charlotte herumtreiben..

 

Hast du das Ende schon am Anfang in deinen Gedanken oder entwickelt sich dieses mit der Zeit?

Sagen wir so; ich habe eine Vorstellung, wie die Geschichte endet, manchmal rechne ich aber nicht mit einem „Eigenleben“ meiner Protagonisten, vor allem Charlotte hat etwas Unberechenbares. Wenn Viktor sich einbildet, Charlotte beeindrucken zu müssen, wird es für mich schwierig.

 

Herzlichen Dank,dass du dir für meine Fragen Zeit genommen hast

LG Nika

 

 

 

 

 

 

 

 

Gute Idee....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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